Die fünf besten Fußballfilme

12.05.2016
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Fußball ist weltweit die beliebteste Sportart überhaupt. Trotzdem wurden in der Kinogeschichte bisher nur selten Filme zu diesem Thema realisiert. Irgendwie scheint sich das Thema Fußball nicht mit dem Kino zu vertragen. Der Reiz eines Fußballspiels besteht in attraktiven Torraumszenen und der Spannung, welche Mannschaft das Spiel wohl gewinnen wird. Ein Kinofilm zieht seinen Unterhaltungswert in erster Linie aus der Handlung und den Dialogen.

Das ist wohl der Grund dafür, dass sich Kinofilme, die vom Fußball handeln, meist nur rund um das Thema Fußball drehen, ohne Spielszenen zu zeigen. Eine Ausnahme bilden dabei dokumentarische Filme zu bestimmten Mannschaften oder Fußballstars, die einen Rückblick auf die Karriere des Spielers oder ein Fußball-Großereignis beleuchten wie zum Beispiel der Kino-Dokumentarfilm „Deutschland. Ein Sommermärchen“ des Regisseurs Sönke Wortmann.
Das Sparwasser-Tor schaffte es nur ins Fernsehen
Die einzige Begegnung der Fußballnationen BRD und DDR fand während der WM 1974 statt. Die Partie ging durch das berühmte Sparwasser-Tor für den späteren Weltmeister BRD verloren. Das deutsch-deutsche Duell wäre sicher ein erstklassiger Kinostoff gewesen, hätte sich nur ein begabter Drehbuchautor gefunden, der eine spannende Story um das Geschehen spinnt. Drehbuchautor Michael Illner schrieb zu diesem Thema ein recht amüsantes Drehbuch, das aber nur als Fernsehfilm umgesetzt wurde:

Titel: Küss mich, Genosse!
Story: Die junge Journalistin Jenny bekommt aus Versehen einen Fußball an den Kopf, fällt bewusstlos hin und reist aus dem Jahr 2006 durch die Zeit ins Jahr 1974, dem Jahr ihrer Zeugung. Sie wurde in dem Moment gezeugt, als Jürgen Sparwasser während der Fußball-WM 1974 im Spiel zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR das entscheidende Tor schoss. Ihr Vater kam später bei einem Fluchtversuch an der innerdeutschen Grenze ums Leben. Mit ihrem Auftauchen in der Vergangenheit verhindert sie fast das Liebesspiel ihrer Eltern. Am Ende bekommt sie wieder einen Fußball an den Kopf, wird bewusstlos und wacht im Jahr 2006 wieder auf. Ihr Vater ist nun am Leben und ihre Mutter hat doch nicht den verhassten Stiefvater geheiratet.

Top 5 der besten Kinofilme zum Thema Fußball
So selten Kinofilme über Fußball auch sind, einige haben es doch bis in die Kinosäle geschafft. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Deshalb sollte das Ranking in der folgenden Infografik auch nicht als Nonplusultra verstanden werden. Die Auswahl war aber nicht sehr groß. Vielleicht bietet ja die anstehende Europameisterschaft in Frankreich den neuen Stoff zu einem Sommermärchen, wie ihn Sönke Wortmann nach der WM 2006 im eigenen Land verfilmt hat. Der Regisseur weiß jedenfalls, wie es geht, schließlich ist er in unserem Ranking gleich zweimal vertreten. Ob eine neue Filmgeschichte entsteht oder nicht, Wetten darauf, dass Deutschland das Sommermärchen von 2006 dieses Mal zu einem noch glücklicheren Ende führen kann, können jetzt schon platziert werden. Die Sportwettenanbieter halten eine breite Palette von Ereigniswetten bereit, sodass jeder Wetter auf seine Kosten kommen dürfte.

Rangliste der fünf besten Fußballfilme aller Zeiten
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Platz 5: Das Wunder von Bern
Wenn zu einem Kinofilm auch das entsprechende Musical aufgeführt wird, sagt das schon einiges über den Erfolg des Films aus. Finanziell kann bei einem weltweiten Einspielergebnis von 22,86 Millionen Euro bei geschätzten Produktionskosten von rund 7,3 Millionen Euro durchaus von einem Erfolg gesprochen werden. Mit 3,68 Millionen Kinobesuchern liegt der Film allerdings nicht unter den besten 30 in Deutschland.
 


Platz 4: Deutschland. Ein Sommermärchen
Sönke Wortmann zum Zweiten. Das Musical dazu gibt es noch nicht. Aber die Auszeichnungen Bambi (Kategorie Dokumentation), Grimme-Preis (Kategorie Information & Kultur) sowie Bayrischer Filmpreis (Publikumspreis) sprechen die Sprache des Erfolgs. Wieder lockte Wortmann knapp 4 Millionen Besucher ins Kino. Auch das Einspielergebnis ist mit 23,83 fast mit dem „Wunder von Bern“ identisch.



Platz 3: Kick it like Beckham
Der Film war im Erscheinungsjahr der Renner auf diversen Filmfestivals in der ganzen Welt. In Norwegen, Sydney, Marrakesch, Locarno und Bordeaux wurde der Film mit Preisen dotiert. Insgesamt kamen 17 Preise und 18 Nominierungen zusammen, davon eine für den Golden Globe. Finanziell spielte der Film 30 Millionen Euro weltweit ein. Dass ein Film über Frauenfußball besser abschneidet als die beiden Männerfußballfilme auf Platz 4 und 5, liegt wohl doch an der guten Story als an den sportlichen Fähigkeiten. Allerdings sind oder waren alle mitwirkenden Spielerinnen tatsächlich professionelle Spielerinnen. Der Film schaffte es sogar bis ins nordkoreanische Fernsehen.



Platz 2: The damned United
Dieser Film handelt von sportlichen Rivalitäten und verletzten Eitelkeiten von Protagonisten der englischen Fußballklubs Derby County und Leeds United. Es wird aufgezeigt, dass dies nicht die besten Grundlagen für sportlichen Erfolg sind. Erst als sich die Handlungsträger menschlich wieder näherkommen, setzt der Erfolg ein. Der Film war naturgemäß besonders in Großbritannien sehr erfolgreich. Insgesamt spielte er 3,77 Millionen Euro ein.



Platz 1: Looking for Eric
Obwohl der Film nur knapp 11 Millionen Euro einspielte, ist er für uns die Nummer 1 unter den Fußballfilmen. Die Idee, dass das eigene Fußballidol Ratschläge für das eigene Leben gibt, ist einfach zu schön. Ganz zu schweigen von der Szene, als Eric Cantona einen Supertraumpass in einem Spiel gegen Tottenham Hotspur spielt. Beeindruckend sind aber nicht nur die märchenhaften und sportlich genialen Elemente des Films. Die für Regisseur Loach typische Darstellung der britischen Arbeiterklasse und ihrer Probleme sind von einem großen Humanismus getragen und mit viel Humor gewürzt. Das macht die Protagonisten sehr sympathisch und das im Film vermittelte Plädoyer für Solidarität bekommt angesichts der Probleme der heutigen Zeit eine ganz neue Nuance.