Konsolidierung im Online Casino Markt

17.07.2015

Online Glücksspiele stellen mittlerweile einen großen Teil der Glücksspielindustrie in Deutschland dar, auch wenn die Spieler zum Teil bei illegalen Angeboten spielen. Illegal sind diese Webseiten nur, da sie keine von Deutschland ausgestellte Lizenz haben und daher nicht von den deutschen Behörden reguliert sind. Die Webseiten haben in der Regel aber eine Lizenz aus einem anderen europäischen Land, wie beispielsweise Malta oder Gibraltar, und sie sind dort reguliert und überwacht.

Laut Glücksspielstaatsvertrag dürfen in Deutschland aber keine ausländischen Webseiten von deutschen Spielern benutzt werden. Die Regierung hatte zwar vorgesehen Sportwetten-Anbieter zu lizenzieren, die Ausstellung der Lizenzen wurde aber durch Klagen einiger Anbieter verhindert. Die rechtliche Situation könnte sich durchaus in der nächsten Zeit ändern, da der Glücksspielstaatsvertrag von vielen Seiten, auch der Europäischen Kommission, für rechtswidrig erklärt und kritisiert wurde. Trotz alledem wächst das Online Glücksspiel und immer mehr Spieler setzen ihr Geld bei Online Spielen ein. Es muss allerdings nicht immer um Geld gespielt werden, es gibt auch zahlreiche Spielautomaten, die man gratis ausprobieren kann.

In der Zwischenzeit tut sich auf dem Online Glücksspielmarkt sehr viel, auch wenn man das meistens gar nicht richtig mitbekommt. Einige Anbieter werden immer größer und verdrängen kleinere Anbieter vom Markt, aber auch vor allem die schwarzen Schafe, die Anbieter, die nicht lizenziert sind oder die Spieler betrügen. Immer wieder gibt es Firmenübernahmen oder Anbieter gehen an die Börse. Die riesige Industrie sorgt immer wieder für viele Überraschungen. So zum Beispiel auch vor kurzem, als Bwin.Party mehrere Übernahmeangebote von verschiedenen großen Glücksspielbetreibern erhielt. Der Glücksspielriese 888 ist einer der Bieter und Amaya und GVC Holdings stellten ein Gegenangebot.

Die beiden Angebote zur kompletten Übernahme von Bwin.Party sind für den Betreiber beide sehr interessante Optionen. Der Wert des Unternehmens wurde auf €1,2 Milliarden geschätzt, wobei GVC Holdings und Amaya ihr Angebot für stolze €1,5 Milliarden ausstellten. Wie hoch das Angebot von 888 ist, wurde nicht bekannt gegeben. Für beide ist die Übernahme aber eine interessante Möglichkeit, denn das Angebot von Bwin.Party wäre eine gute Ergänzung zu den Produkten der anderen Anbieter. Der Sportwetten-Bereich wäre beispielsweise eine gute Ergänzung für 888, da die zusätzlichen 10 Millionen Kunden von Bwin.Party eine gute Ergänzung für die 25 Millionen Bestandskunden von 888 wären. Der Pokerbereich wäre wiederum eine gute Ergänzung für Amaya, die PokerStars und Fulltilt Poker betreiben. Die Sportwetten und das Casino von Bwin.Party würden wiederum gut zu den Produkten von GVC Holdings passen, die bereits CasinoClub und Sportingbet betreiben.

Bisher ging der Anbieter aber noch auf keines der Gebote ein und verkaufte zwischendurch die WPT Pokerturniere an das chinesische Unternehmen Ourgame. Der stolze Preis dieser Übernahme war $35 Millionen. Ourgame ist ein international agierender Entwickler für Internet und mobile Spiele, der sich in Hongkong befindet. WPT ist ein Bereich, der momentan Verluste verzeichnet und High-Stakes Pokerturniere in über 150 Ländern im Fernsehen ausstrahlt. Bwin.Party wird weiterhin einer der Sponsoren bei den Veranstaltungen bleiben, voraussichtlich bis Ende Dezember 2016. Diese Übernahme ist Teil des Plans von Bwin.Party die Teile abzustoßen, die nicht den Kern des Unternehmens darstellen. Damit kann sich der Anbieter dann besser auf seine Prioritäten konzentrieren.