Wie Webcams Spiele für immer veränderten

31.01.2018

Videospiele gehören mit zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten und das nicht nur bei der jungen Generation. Seit dem Aufstieg des Internets hat sich hier besonders viel getan und Games haben eine Evolution durchlaufen.

Als das Internet noch nicht so ausgereift und schnell war wie heute, bestand die Mehrzahl der Games aus Singleplayer Titeln oder auch Multiplayer Spielen, die man besonders bei Konsolen an einem Bildschirm - Stichwort Splitscreen -, oder über LAN-Netze am PC spielte. Hier hat heutzutage eine gewisse Nostalgie eingesetzt, denn die damaligen LAN-Partys, bei denen man bei Freunden übernachte, Cola und Snacks zu sich nahm und die Nacht durchzockte, werden heute durch die zahlreichen Funktionen im Internet ersetzt. Auch das LAN selber entwickelte sich weiter und hat sich heutzutage in große Events verwandelt, die als E-Sport Bekanntheit erlangt haben und in einer Vielzahl an Spielen Millionen von Menschen weltweit begeistern und sogar in der Lage sein können die Popularität des Fußballs einholen zu können. Dies ist zum einen den Breitbandverbindungen des Internets zu verdanken, aber auch der Webcamtechnologie, ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre. 

Erfolgsgarant des Online Streamings
Das Fernsehen war ein medialer Sprung nach vorne im 20. Jahrhundert, das Farbfernsehen war der nächste Schritt. Durch das Internet haben sich Onlinedienste so weit entwickelt, dass sie häufig als "Fernsehen des 21. Jahrhunderts" bezeichnet werden können. Online-Streaming ist hier bei Diensten wie Youtube ein zentraler Aspekt. Auf Abfrage kann man Videos zu allen möglichen Themen finden. Genau diese Verfügbarkeit macht sie wesentlich zukunftsfähiger, als das traditionelle Fernsehen, das durch seine vorgegebenen Programme keine Flexibilität bieten kann. Genau deshalb haben viele Fernsehkanäle ihre eigenen Mediatheken eingerichtet, bei denen man verpasste Sendungen schauen kann. Es ist allerdings fraglich, ob das ausreichen wird, um die Fernsehkanäle auch in Zukunft am Leben halten zu können. Ein großer Vorteil bestand bislang darin, dass man durch Moderatoren in den TV-Shows einen persönlicheren Bezug bekommen hat. Doch auch hier hat das Internet nachgeholt. Es wird immer üblicher, dass man in Onlinevideos auch die Streamer selber zu Gesicht bekommt, insbesondere in den Live-Streams, welche als Pendant zu traditionellen TV-Sendungen gesehen werden können. Hier streamen Menschen mit ihren Inhalten live, seien es Videospiele oder Make-up-Anleitungen, können aber anders als beim Fernsehen auch direkt mit ihrem Publikum interagieren, da die Fans hier Kommentare schreiben, auf die die Streamer dann eingehen. Dies beeinflusst die ganze Show und sorgt für Inklusion zwischen Zuschauern und Streamern. Dies sorgt auch dafür, dass Streams sich den Wünschen einer Zuschauermehrheit anpassen können. Wenn z. B. eine gewisse Anzahl von Menschen etwas spezielles sehen will in einem Spiel, so können Streamer darauf reagieren und diese Wünsche erfüllen. Die Tatsache, dass Streamer per Webcam zu sehen sind, macht die gemeinsame Erfahrung nicht nur interaktiver, sondern auch sympathischer und freundlicher, da man hier einem anderen Menschen direkt bei einer Aktivität zuschauen kann, die man ebenfalls liebt. Im E-Sport ist diese Technologie das Alpha und Omega geworden, da die ganze Branche von virtuellen Übertragungen abhängt und Fans die Gesichter ihrer Lieblingsspieler sehen möchten und nicht nur das Spiel selber. Erst das schafft das Identifikationsgefühl.

Evolution des virtuellen Poker
Die Webcam ist jedoch nicht nur im E-Sport zu einer der wichtigsten Technologien geworden. Auch im iGaming wird es immer wichtiger, persönlicher interagieren zu können. Dies trifft besonders auf das Pokerspiel zu. Bislang hatte man die Möglichkeit, im Onlinepoker entweder gegen den Computer, also die "Künstliche Intelligenz", oder auch andere Spieler antreten zu können. Ein großes Problem bestand jedoch darin, diesen nicht gegenüberzusitzen. Genau das macht jedoch einen wichtigen Aspekt des Spiels aus. Beim Poker geht es nicht nur um den Glücksfaktor und die besseren Karten, sondern auch um statistische Wahrscheinlichkeit und den psychologischen Aspekt. Wenn man die Vergabe der Karten beobachtet und sich ungefähr eine Vorstellung davon machen kann, was für Karten im Umlauf sind, hilft einem das Analysieren der Mitspieler, um feststellen zu können, wie diese aufgestellt sind. Da man im Poker bluffen kann und daher keine Sicherheit gegeben ist, hilft hier die Intuition und die Fähigkeit, die Gestik & Mimik des Gegenübers zu lesen. Sicherlich haben Profispieler sehr gute Pokerfaces, können also ihre Emotionen sehr gut verbergen, aber einige Kleinigkeiten können dennoch rausgelesen werden. Gelegenheitsspieler wiederum können auch schon von anderen Amateuren durchschaut werden. Die Interaktion mit dem jeweils anderen kann einem da auch Rückschlüsse auf dessen Hand ermöglichen. Genau dieser wichtige persönliche Aspekt, der bislang fehlte, wird durch den 888poker face2face-Spielmodus kompensiert, bei dem man via Webcam direkt mit seinen Mitspielern verbunden ist. Somit ist man auch in der Lage, online Poker zu spielen, ohne auf die wichtigen interaktiven Elemente des Spiels verzichten zu müssen. 

Interaktiver Alleskönner
Wer ein Spiel steuern möchte, benötigt hierfür natürlich irgendeine Form von Input Device. Man ist traditionell daran gewöhnt, Games via Maus und Tastatur oder auch dem Controller zu spielen. Der Trend geht jedoch immer weiter in Richtung größerer Interaktivität. Wer hätte allerdings damit gerechnet, dass Webcams auch diese Funktion erledigen können? Es gibt sie also wirklich, Spiele, die man nur mit Hilfe der Webcam und des Mikrofons spielen kann, doch wie funktioniert das Ganze? Hierbei fungiert die Kamera als eine Art Scanner, bei dem die Körperbewegungen aufgezeichnet und in Spielimpulse verwandelt werden. Bewegt man also seine Hand, wird dies von der Cam registriert und im Spiel visuell dargestellt. Somit kann man mit seinem echten Körper in der virtuellen Welt interagieren. Viele dieser Spiele sind  grafisch noch einfach gehalten, da eine kleine Webcam allein nicht ausreicht, um komplexe Spielprozesse darstellen zu können. Hierfür befindet sich jedoch schon seit einer Weile eine Technologie in der Entwicklung, die genau auf diesem Prinzip basiert und es noch weiter ausgebaut hat. Die sogenannte Virtuelle Realität (VR) stellt die modernste Form des interaktiven Gaming dar. Es gibt heute schon richtig gute VR Brillen und der Trend geht in die Richtung, Menschen zunehmend realistischere Simulationen von virtuellen Welten bieten zu können. Das liegt an der immer weiter zunehmenden CPU-Rechenkraft und dem Fortschritt in der Grafiktechnologie, die genau solchen Realismus erlauben wird.

Es ist derzeit jedoch noch nicht ganz sicher, wo genau es hingehen wird. Wird die VR am Ende Erfolg haben oder wird sich erst noch eine ganz neue Technologie behaupten und durchsetzen können?
Menschen, die sich auf virtuelle Welten wie die Holodecks im Star Trek-Universum freuen, müssen allerdings noch etwas warten. Trotzdem kann man beruhigt sein, denn die Nachfrage geht auf jeden Fall in die Richtung, täuschend echte künstliche Welten erkunden zu können - ein Fakt, den die High-Tech-Konzernchefs und Entwickler kennen. Interessanterweise sind es hier die Webcams, die bislang nicht nur als Fundament für ein interaktiveres Internet gedient haben, sondern auch in Zukunft noch helfen können, technologische Barrieren zu durchbrechen.